LNU Leverkusen


Impressionen

aus den Pflegegebieten der LNU Ortsgruppe Leverkusen




Bei der Exkursion nach Gronenborn am 19.07.2015 gelang auch diese Aufnahme des Brauen Waldvogels. Die Art ist einer der häufigsten Schmetterlinge in Gronenborn in den Monaten Juli und August.




Auch 2014 tritt der Hirschkäfer in Neuenkamp wieder zahlreich und über einen langen Zeitraum auf. Die ersten Exemplare flogen schon Anfang Juni. Jetzt (Mitte Juli) können immer noch täglich Käfer beobachtet werden. Bei der Hirschkäferexkursion am 04. Juli 2014 konnten 25 Teilnehmer eines der spektakulärsten einheimischen Insekten hautnah erleben. (Bilder: S. Eilmus, Juni und Juli 2014; zusammen mit einem Admiral in der Nähe einer Austriffsstelle von Baumsäften)






Das Fleischfarbene Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) ist in NRW besonders selten und aus vielen Biotopen verschwunden. Deutschlandweit ist diese empfindliche Orchidee auf dem Rückzug. Umso erfreulicher ist es, dass bei einer genauen Suche im Orchideengebiet Leichlingen-Balken mehrere Exemplare dieser Art wiedergefunden werden konnten. Schon 2013 stellte der AHO NRW (Dario Wolbeck) fest, dass die Orchideen in diesem Gebiet überwiegend Hybride des Fleischfarbenen und des Stattlichen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis) sind – das so genannte Aschersons Bastard-Knabenkraut (Dactylorhiza x aschersoniana). Die intensive Suche 2014 ergab, dass im Gebiet auch noch beide Elternarten vorkommen. Die Orchideenwiese in Neuenkamp wies jedoch nur das Bastard-Knabenkraut auf und wird daher in seiner Entwicklung in den nächsten Jahren genau überwacht. (Bilder: S. Eilmus, Mai 2014)



Die Populationen des Gefleckten Knabenkrauts Dactylorhiza maculata zeigen auch 2014 wieder einen erfreulichen Zuwachs. Von der überwältigen Blüte konnten sich die Teilnehmer der Orchideen-Exkursion Anfang Jini selbst überzeugen. (Bilder: S. Eilmus, Juni 2014)



Die Exkursion in das Naturschutzgebiet Gronenborn bot in diesem Jahr ein besonderes Fotomotiv: Zwei Exemplare der Gestreiften Quelljungfer Cordulegaster bidentata konnten aus nächster Nähe beim Sonnenbad beobachtet werden. Diese stattliche Libelle ist vollkommen auf saubere Quellbäche angewiesen. Auch kleinste Rinnsale werden besiedelt. Abwechslungsreiche Naturschutzgebiete wie Gronenborn mit sonnigen Staudenwiesen und zahlreichen Gewässern sind ein wichtiges Refugium für selten gewordene Insekten. (Bilder: S. Eilmus, Mai 2014)



Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) flog im Frühjahr und Frühsommer diesen Jahres (2014) besonders zahlreich. (S. Eilmus, Juni 2014)



Die Asiatische Buschmücke Hulecoeteomyia japonica (früher Aedes (Finlaya) japonicus, zwischenzeitlich auch Ochlerotatus japonicus) ist eine sich in Mitteleuropa sowohl in naturnahen als auch städtischen Habitaten rasch ausbreitende invasive Stechmückenart aus Ostasien. Die Art ist potentieller Vektor (Überträger) des West-Nil-Virus und verschiedener Arten von Enzephalitis-Viren. Am 04.Juli 2014 konnte bei einer Nachtexkursion in Neuenkamp ein Mückenweibchen von Hans-Jürgen Martin in einem naturnahen Rotbuchenwald fotografiert werden. Sascha Eilmus sammelte daraufhin im Naturschutzgebiet an verschiedenen Stellen Larven, aus denen er adulte Asiatische Buschmücken heranziehen konnte. Wir müssen uns damit abfinden, dass sich auch in naturnahen Lebensräumen invasive Arten weiter ausbreiten werden. (Bilder: Nachzucht 10.07.2014, S. Eilmus)




Pärchen des Aurorafalters Anthocharis cardamines (aufgenommen von Sabine Kinkler, 27.04.2008). Morgenröte oder Göttin der Morgenröte - Aurora - so wird dieser Falter aus der Familie der Weißlinge genannt. Die Benennung bezieht sich auf die intensiv orangefarbigen Vorderflügel der Männchen. Dieser Frühlingsbote fliegt von April bis Mai, in höheren Lagen auch noch später. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier meist einzeln an den Blütenständen des Wiesenschaumkrauts (Cardamine pratensis) aber auch an anderen Kreuzblütlern wie der Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) an luftfeuchten, halbschattigen Standorten wie Waldrändern und dem Wegessaum von Waldwegen ab. Die grüne Raupe frißt bevorzugt an den Früchten ihrer Wirtspflanzen und ist hervorragend getarnt. Selten findet man mehr als eine Raupe pro Pflanze, denn die Raupen sind untereinander sehr unverträglich. Die Puppe (eine Gürtelpuppe) übersteht Sommer, Herbst und Winter und erst im Frühjahr des darauffolgenden Jahres schlüpft wieder ein Falter - die Art hat also nur eine Genertion pro Jahr.




Das Gelbe Windröschen Anemone ranunculoides ist im Wald der Wupperschleife zwischen Opladen und Leichlingen nicht selten (Sascha Eilmus 2010). Dort blüht die kleine Anemone meist Ende April bis in den Mai nach der Hauptblüte des viel zahlreicheren Weißen Busch-Windröschens Anemone nemorosa.




Eine stattliche Erscheinung ist das Große Grüne Heupferd Tettigonia viridissima, das in Gronenborn nicht selten ist (Sascha Eilmus 2010). Das Bild zeigt ein Männchen. Weibchen sind an der langen Legeröhre zu erkennen. Die Larven schlüpfen Ende April bis Anfang Mai und wachsen bis Ende Juli/August zu ausgewachsenen Heupferden heran. Dabei ernähren sie sich vor allem räuberisch von anderen Insekten und auch Spinnen. Dafür haben sie kräftige Kauwerkzeuge, mit denen sie auch kräftig zubeißen können, wenn man sie zu fangen versucht. Seltener findet man sie Sämereien kauend in Blütenständen. Die erwachsenen Heupferde kann man dann bis zu den ersten kälteren Nächten im November finden. Die Männchen erzeugen mit ihren Vorderflügeln einen lauten schwirrend klingenden Gesang. Folgt man den Gesang, kann man sich auf die Suche nach den Tieren machen - aber wegen der guten Tarnung erfordert das etwas Übung! Die Weibchen legen ihre Eier mit der Legeröhre ins Erdreich. Die Larven schlüpfen meist erst im übernächsten Frühling - mitunter aber auch noch später.




Die Hohe Schlüsselblume Primula elatior ist im Pflegegebiet Neuenkamp nicht selten (Sascha Eilmus 2010). Durch gezielte Pflegemaßnahmen ist ihr Bestand in den letzten Jahren sogar angewachsen.



Der Gelappte Schildfarn Polystichum aculeatum wächst in den Buchenwäldern entlang der Wupper zwischen Opladen und Leichlingen (Sascha Eilmus 2010). Dieser Farn bleibt auch im Winter grün.



Die Zierliche Gemüsewanze Eurydema dominulus kann in Gronenborn in manchen Jahren recht häufig auf Kreuzblütlern wie dem Meerrettich gefunden werden (Foro: Heinrich Oberbach).



Deutlich seltner ist die Große Goldschrecke Chrysocharon dispar (Heinrich Oberbach). 2010 wurde in Gronenborn erstmalig ein Weibchen dieser Art gefunden.


Gestaltung: Dr. Sascha Eilmus