LNU Leverkusen


 

Die Artenvielfalt des NSG Gronenborn - ein Projekt der LNU-Ortsgruppe Leverkusen

Die LNU-Ortsgruppe Leverkusen hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine möglichst vollständige Auflistung aller im Naturschutzgebiet Gronenborn vorkommender makroskopischer Organismen zu erstellen. Auf dieser Seite finden Sie eine Aufstellung aller bisher dadurch zu Stande gekommenen Veröffentlichungen. Außerdem finden Sie hier eine Zusammenstellung von Helmut Kinkler aller bisher nachgewiesenen Organismen.

Liste der Artenzahlen für das NSG Gronenborn von Helmut Kinkler (ANKLICKEN!).

Aktueller Stand: 2785

Natürlich sind noch längst nicht alle Gruppen hinreichend untersucht. Wenn Sie mithelfen wollen, melden Sie sich doch einfach bei uns!

Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) ist wahrscheinlich die 23igste Liebellenart, die erst dieses Jahr (2015) durch diese Aufnahme von Dr. Heinrich Oberbach im NSG Gronenborn nachgewiesen wurde. Wegen ihrer unauffälligen Färbung in beiden Geschlechtern wird sie oft übersehen. Die Winterlibelle hat einen ungewöhnlichen Lebenszyklus, denn sie überwintert als Imago (daher der Name) und schreitet im zeitigen Frühjahr noch vor allen anderen Libellenarten zur Fortpflanzung. Bild: Dr. Heinrich Oberbach 2015.

Literaturliste der bisherigen Arbeiten rund um das NSG Gronenborn

Meyer, Susanne Liselotte (1987): Hydrobiologische und Ökologische Untersuch-ungen eines wiedervernässten Feuchtgebietes im Bereich der Bergischen Rand-höhen unter besonderer Berücksichtigung von Flora und Vegetation. – Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Primarstufe-169 S.,  Köln.

Jakubzik, Andrea & Cölln, Klaus (2007): Coelioxys alata  Förster, 1853, ein Wiederfund auf dem Territorium von Nordrhein-Westfalen nach über 100 Jahren – bembiX 25: 14-16, Berlin.

 Cölln, Klaus & Jakubzik, Andrea (2008): - Hunger auf Öl – Zu Vorkommen und Lebensweise der Schenkelbienen (Macropis spp.) und ihres Futterparasiten, der Schmuckbiene Epeoloides coecutiens – Dendrocopos 35: 51-58, Trier.

 Hoffmann, Hans-Jürgen (2008): Amphiareus obscuriceps (Poppius, 1909) nunmehr auch in Nordrhein-Westfalen (NRW) / Deutschland (Heteroptera, Anthocoridae) – Heteropteron Heft 27: 17-18, Köln (siehe Internet unter HETEROPTERON)

 Hüther, Walter (2009): Die Springschwänze des Naturschutzgebietes Gronenborner Teiche in Leverkusen (Insecta, Collembola) – Jber. Naturwiss. Ver. Wuppertal 61: 125-144, Wuppertal. pdf

 Jakubzik, Andrea, Kinkler, Helmut & Cölln, Klaus (2010):  Stechimmen eines Feuchtbiotops in Leverkusen-Steinbüchel  - Decheniana 163: 145-158, Bonn. pdf

 Köhler, Frank & Kinkler, Helmut (2010): die Käferfauna (Coleoptera) des Naturschutzgebietes Gronenborner Teiche in Leverkusen. – Mitt. Arb.gem. Rhein. Koleopterologen 20: 39 - 80, Bonn. pdf

 Hoffmann, H.J. & Kinkler, Helmut (2011): Vorläufige Liste der Wanzen (Heteroptera) des NSG „Gronenborner Teiche“ bei Leverkusen – HETEROPTERON,  Heft 34, 11-14  (Siehe Internet unter HETEROPTERON) pdf

 Schmidt, Christian & Kinkler, Helmut (2011): Asseln und Flohkrebse (Isopoda, Amphipoda) des NSG Gronenborner Teiche  -  Decheniana 164: 117-121, Bonn pdf

Cölln, Klaus, Jakubzik, Andrea, Kinkler, Helmut: Die Eignung von Wespen und Bienen als Bioindikatoren - Vergleichende Analyse der Faunen von zwei Sonderstandorten in Leverkusen (Hymenoptera Aculeata); Mitteilungen der AG westfälischer Entomologen, Band 28 (Heft 1), 2012, Bielefeld. pdf NEU

Kinkler, Helmut (2012): Schmetterlinge des Naturschutzgebietes „Gronenborner Teiche‟ in Leverkusen (Nordrhein-Westfalen) - Melanargia, 24 (4): 124-140, Leverkusen pdf

Walter Hüther & Helmut Kinkler (2013): Zwei wenig bekannte Gruppen der Tausendfüßer, „Wenigfüßer“ und „Zwergfüßer“ des Naturschutzgebiets Gronenborner Teiche in Leverkusen (Myriapoda: Pauropoda, Symphyla); Decheniana (Bonn) 166, 51–54 PDF


Christian Schmidt, Peter Decker & Helmut Kinkler (2013): Hundert- und Doppelfüßer (Chilopoda, Diplopoda) des NSG Gronenborner Teiche, Decheniana (Bonn) 166, 43–50 PDF

Martin Denecke (2005): Geflecktes Knabenkraut auf einer ehemaligen Bauschuttdeponie; Seite 68; LÖBF-Mitteilungen 3/05 LINK

In Vorbereitung:

 Kinkler, Helmut (2012): Artenübersicht über die Pflanzen und Tiere des NSG Gronenborner Teiche in Leverkusen.


Raupe des Jakobskrautbären Tyria jacobaeae - erstmals im Juli 2015 in Gronenborn nachgewiesen (Aufgenommen von Sascha Eilmus).

Schenkelbienen der Gattung Macropis (Macropis europaeae) warten auf den Blüten ihrer wichtigsten Futterpflanze - dem Gilbweiderich - das Regenwetter ab. Sie gehören zu den zahlreichen Wildbienenarten, denen Gronenborn einen wertvollen Lebensraum bietet. Aufgenommen von Sascha Eilmus bei der Exkursion am 19.07.2015. 

Auf den zahlreichen Blütendolden in Gronenborn kann man allerhand Besucher finden – darunter auch Schwebfliegen, von denen viele Arten Bienen und Wespen imitieren, tatsächlich aber völlig harmlos sind. Dazu zählt auch die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea), die ihren Namen von der mit etwas Fantasie totenkopfartigen Zeichnung der Brust hat. Die Larven dieser Fliege entwickeln sich amphibisch in schlammigen Gewässern. Bild: Dr. Heinrich Oberbach 2015.

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Wesen, wie nicht von dieser Welt – Pilze

Herr Dr. Roland Kleinstück hat dankenswerterweise die Aufgabe übernommen, die Vielfalt der makroskopischen Pilze und Schleimpilze (Eumycetozoa) des NSG Gronenborn zu erfassen. Im Folgenden stellt er seine bisherigen Ergebnisse vor.


Schleimpilze stellen eigentlich gar keine Pilze dar. Vielmehr handelt es sich um hochgradig organisierte Amöben. Aus ihren Sporen entstehen einzellige, amöboide Lebewesen, die sich unter speziellen Bedingungen aber zu Massen zusammenfinden, um dann den für uns makroskopisch sichtbaren Schleimpilz und schließlich auch „Fruchtkörper“ zu bilden. Diese Fruchtkörper erinnern uns an Pilze und setzen die Sporen frei. Diese Aufname des Schleimpilz Stemonitis fusca (Dunkles Fadenkeulchen) gelang Herrn Kleinstück am 05.06.2007.

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Vorgehensweise

1. Bearbeitetes Gebiet

Das Suchgebiet umfasst sowohl den Talgrund des Leimbachs beginnend am Gronenborner Weg über etwa 400 m in Richtung Nordost sowie die an dieses Tal angrenzenden, sich beidseitig parallel zum Bach erstreckenden bewaldeten Hangstreifen.

Dazu kommt ein Teil des Waldtälchens, das sich in nordöstlicher Richtung an den Dülmener Weg anschließt und zu diesem parallel verläuft, und zwar vom Grund des Leimbachs an aufwärts bis zum Regenrückhaltebecken, also ein Gebiet von etwa 150 m Länge und 80 m Breite. Insgesamt wurde also eine Fläche von etwa 6 ha abgegangen.

Im Talgrund wachsen an den teilweise sumpfigen Bach- und Teichufern Erlen und verschiedene Weidenarten, die zusammen mit den Anklängen einer Mädesüß-Uferflure und in Übergang zu einer Hochstaudenflur, die den Talgrund bedeckt, auf eine Bachaue der West-Mittelgebirgslage hinweisen. Die Hänge sind von Hainsimsen-Buchenwald mit Stechpalmenbeständen bedeckt, untermischt mit einigen Eichen, Hainbuchen, Birken und wenigen Fichten, Eschen, Ahorn und Haseln. Im nordöstlichen Zipfel des Suchgebietes gibt es ein kleines Nadelholzwäldchen mit Lärchen, Fichten und Douglasien.

2. Zeitrahmen und Vorgehen

Beginnend im August 2006 wurde das Suchgebiet im Abstand von im Mittel alle 2 -3 Wochen durch alle Jahreszeiten hindurch abgegangen. Dabei wurden vor Ort von den gefundenen Pilzen Fotos gemacht und von vielen Funden Muster entnommen.

3. Bestimmung

Die Bestimmung erfolgte ganz überwiegend an Hand der makroskopischen Merkmale.

Etwa 50 Funde konnten keiner Art zugeordnet werden, überwiegend, weil zu ihrer eindeutigen Zuordnung mikroskopische Methoden notwendig gewesen wären.

4. Pilzliste

Die hier wiedergegebene Pilzliste enthält die gefundenen Arten mit Namen, wie sie im Januar 2012 lt. Index fungorum (www.indexfungorum.de, für die wiss. Namen) bzw. lt. Pilzkartierung 2000 online (brd.pilzkartierung.de, für die deutschen Namen) gültig waren. Fragezeichen (?) in der Spalte "Status" bedeuten, dass Zweifel an der richtigen Zuordnung zur Art bestanden, nicht jedoch zur Gattung.

Belegfotos sind bei Herrn Helmut Kinkler und beim Autor hinterlegt, ebenso wie die vollständige Liste mit allen Angaben. Beachten Sie, dass hier nur eine gekürzte Fassung der Liste veröffentlicht werden kann.

5. Danksagung

Herrn Dr. Gerhard Guthöhrlein, Marburg, möchte ich ganz herzlich für seine Hilfe danken. Ohne seine umfangreichen und tiefgehenden Kenntnisse im Bereich der Mykologie, gerade auch bei den schwierig zu bestimmenden Arten "ohne Hut und Stiel", und ohne seine zeitaufwändige Unterstützung hätte eine große Zahl an Funden unbestimmt bleiben müssen.

Dr. Roland Kleinstück, Bergisch Gladbach, 2012

Liste der Pilze des NSG Gronenborn in alphabetischer Reihenfolge der wissenschaftlichen Namen von Dr. Roland Kleinstück:

Liste der Pilze und Schleimpilze Gronenborns - Stand Februar 2013 (PDF)

 

Der Große Bluthelmling Mycena haematopus scheidet bei Verletzungen einen blutroten Saft aus. Er ist ein Vertreter der Basidienpilze. Dieses Bild entstand am 28.07.2008 (Kleinstück).



Der Fruchtkörper des Flaschenstäubling oder Flaschenbovist (Lycoperdon perlatum) ist anfangs fest (Bild oben), wird aber dann im Zuge der Reifung der Sporen trocken und staubig. Die Sporen entweichen dann durch eine Öffnung im Fruchtkörper (Bild unten), wenn Regentropfen auf den Fruchtmantel prasseln. Die Sporenwolken erwecken dann den Anschein, als qualme der Pilz. Die Bilder machte Herr Kleinstück am 28. und 12.10.2009.


Die bizarre Geweihförmige Holzkeule (Xylaria hypoxylon) ist ein Schlauchpilz und ein typischer Bewohner von abgestorbenem Laubholz. Kleinstück, 29.11.2006.

 

Das Judasohr (Auricularia auricula-judae) kann man bei feuchter Witterung das ganze Jahr über besonders an alten, kranken oder abgestorbenen Holunderästen finden. Dieser Gallertpilz ist von knorpelartiger Konsistenz, aber genießbar und besonders in der asiatischen Küche beliebt. Kleinstück, 15.11.2006.

Gestaltung: Dr. Sascha Eilmus